music & lyrics23.07.2005 13:19h

Zunächst einmal wird mensch sich die Frage stellen: Welche Bedeutung hat denn das Jahr 1979 am Ende des Bandnamens? – Die Anwort ist einfach: hierbei handelt es sich u.a. um das Geburtsjahr von Sebastian Grainger. Weiters erhebt sich die Frage: Wie kam es eigentlich dazu? – Nun ja, ursprünglich nannten sich die Kanadier „Death From Above“, allerdings forderte James Murphy (LCD Soundsystem) sie höflich angesichts dieser Tatsache dazu auf, einen anderen, weniger verwechslungsanfälligeren Bandnamen zu suchen, weil er diesen Künstlernamen (DFA) bereits seit mehreren Jahren führe. Für deren Reaktion sollte man die Jungs ohnehin schon abfeiern: „Fuck dfa records fuck James Murphy we declare jihad on them holy war ending in their death and dismemberment… James Murphy is a selfish piece of fuck that will burn in the flames of a specially dedicated rock and roll jihad. If I had the resources I would fly a plane into his skull.“ Schließlich einigte man sich doch auf Death From Above 1979.

Ausgerüstet mit einem Schlagzeug, einem Bass und einem Synthie veröffentlichen die beiden ihr Debüt You‘re A Woman, I‘m A Machine:


“We wanted our band to be like an elephant in your living room,
that’s why we gave ourselves trunks.”
(Jesse F. Keeler)

Was hier dargeboten wird, ist alles andere als eine leichte Kost und das trotz der Tatsache, dass das Album auf gerade mal 35 Minuten komprimiert wurde: mit repetitiven Riffs kombiniert mit einem Schlagzeug, das explosionsartige Entladungen inszeniert, die die Nerven der Hörer bis aufs äußerste strapazieren, sorgen Jesse F. Keeler und S. Grainger überall dort für Verwüstung und Zerstörung, wo Ordnung das Leben der Menschen prägt (und das liegt bestimmt nicht nur daran, dass sich die beiden im Gefängnis kennengelernt haben); dort schlagen DFA 1979 ein wie eine Bombe, denn sie haben übrigens vollkommen recht: das Böse kommt von oben!

berichte22.07.2005 15:59h

Den Recherchen von der Tageszeitung Kurier zufolge wurde im Rahmen der Zwangsernährung angeblich mit falschen Zahlen argumentiert. Lt. Innenministerin Liese Prokop „haben sich im vergangenen Jahr 1072 Schubhäftlinge mit Hungerstreik freigepresst“.

Bei einer Umfrage unter allen Schubgefängissen in Österreich verweigerten nur die kleinen Polizeigefangenhäuser in Leoben und Villach Angaben über entlassene Häfltinge. Die Zahl der restlichen Schubhafthäuser summieren sich auf 565 Personen. Das ist die Hälfte der Zahl, die Ministerin Prokop genannt hatte.
[…]
Bereits im Vorjahr hatte das Innenministerium mit manipulierten Zahlen operiert. Es wurde behauptet, 50 % der AsylwerberInnen seien Kriminelle. Diese Behauptung konnte von ExpertInnen ohne weiteres entkräftet werden.

Quelle: SOS Mitmenschen

berichte20.07.2005 22:04h

Nicht lange ist es her, da verabschiedete Österreich ein neues, umstrittenes Asylgesetz, das eine ganze Reihe von Verschärfungen mit sich bringt; überspitzt könnte man sagen: Abschiebungen werden von nun an leichter. Ein wesentlicher Punkt ist die Zwangsernährung von hungerstreikenden Asylwerbern, zu der eigentlich niemand so richtig Stellung nehmen möchte; stattdessen muss man sich zB mit groteksen Bemerkungen von Seiten des Bundeskanzlers zufrieden geben: „Ein Land darf sich nicht erpressen lassen!“. Abgesehen davon, dass die SPÖ überraschenderweise diesem neuen Fremdenpaket ihre Stimme gibt, versucht SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer ernsthaft diese Zustimmung schönzureden, indem er behauptet, eine Zwangsernährung sei vom jetzigen Standpunkt aus gesehen unmöglich. Klar, das ganze läuft nun bekanntlich unter dem Deckmantel „Heilbehandlung“; daher auch vollkommen menschenwürdig – welch eine Verhöhnung!

Nicht nur, dass sich die SPÖ im Zuge dieser Zustimmung weitere Wählerstimmen erhofft – schließlich befürworten 63 Prozent der Österreicher eine strengere Asylpolitik –, nein, sie verabschieden sich parallel dazu von jenem Prinzip, das sie vor gut zehn Jahren im österreichischen Recht fixierte: Keine Abschiebung von Menschen aus ihrer Heimat!

Tja, die SPÖ befindet sich nach dieser Rechtskurve in einer Einbahnstraße, wo es nur so von reaktionären Elementen wimmelt und die scheinbar keinen Rückweg mehr offen lässt…

nicht kategorisiert18.07.2005 15:01h

Standart – der neue Standard

nicht kategorisiert14.07.2005 19:28h

Ich bin eigentlich ein Mensch, der anderen hin und wieder recht gerne beim Reden zuhört. Sehr interessant finde ich ja spießbürgerliche Konversationen im Supermarkt an der Kasse. Zwei Frauen gleichen Alters (+40) plaudern passend zum Sommerferienbeginn darüber, wozu man Jugendliche in dieser Zeit – auf die alle sehnsüchtig gewartet haben – animieren sollte: Arbeit/Ferialpraxis, mit der Begründung „es würde ihnen gut tun“. Bei solchen Aussagen kommen v.a. von meiner Seite viele abschreckende Erinnerungen hoch, die dazu veranlassten, reflexartig dieser Konversation zu entfliehen, um doch irgendwie das Gefühl zu haben, man habe sich diese Bemerkung schlichtweg nur eingebildet oder überhört.
Diese Erinnerungen sind eben mit qualvollem Aufstehen in aller Herrgottsfrüh, furchtbaren Arbeiten am Bau (wie zB Stemmen im Heizraum bei 38°C Außentemperatur), starken Knieschmerzen, die sich auch nach gut einem Jahr noch leicht bemerkbar machten, totaler Langeweile, Hilflosigkeit und natürlich völliger Erschöpfung verbunden.
Ich hab dieser Ferialpraxis auch nach zwei Jahren nichts positives Abgewinnen können und Aussagen, wie ich sie heute erlebt habe, klingen daher wie eine Verhöhnung dessen, was ich erleiden musste. Ferien sollten doch bitte Ferien bleiben…

nicht kategorisiert11.07.2005 17:29h

Nein, sowas! Ein 2-tägiger Aufenthalt in Wien reicht mittlerweile vollkommen, um diesen Blog für irgendwelche diffusen Werbemaßnahmen zu missbrauchen. Zum Glück gibt´s aber noch den tüchtigen, kleinen Mann in weiß, der diesem ganzen Marketing-Wahnsinn Einhalt gebietet; u.a. auch hier:

nicht kategorisiert08.07.2005 10:25h

Ich, der während des Unterrichts keinen Ton von sich gibt, unauffällig in der letzten Reihe sitzt und von Seiten der Lehrer am liebsten in Ruhe gelassen werden möchte, bekommt im Verhalten ein wenig zufriedenstellend. Mein Klassenvorstand meinte dazu:“Das ist vollkommen berechtigt!“

Abgesehen davon, dass diese Beurteilung nicht grade das wiederspiegelt, was sie eigentlich sollte und sich im Grunde vielmehr auf die Anzahl der (unentschuldigten) Fehlstunden bezieht, werden noch zusätzlich konkrete Richtlinien dafür gesetzt, wie man sich in der Schule zu verhalten hat. Das lässt mich nicht nur schaudern, nein, das ist auch noch richtig widerlich, insbesondere dann, wenn dieses oppositionelle Verhalten zB im Rahmen einer Mitarbeitsüberprüfung in die Note miteinbezogen wird. Der Gesetzgeber schreibt zwar vor, dass eben dies nicht der Fall sein sollte, aber in dieser „Versuchsanstalt“ machen die Lehrer sowieso das, was sie für richtig halten… In diesem Sinne: „Scheiße, der Lehrer“ von Japanische Kampfhörspiele hören, um sich schön langsam auf die Sommerferien einzustimmen…

nicht kategorisiert07.07.2005 18:50h

10:30, Zahnarzt: So, nun sind die beiden oberen 6er Zähne auch hinüber. Der Eingriff war an und für sich nicht schmerzhaft, nur hatte ich ständig Schiss, dass die Betäubungsspritze nicht einwandfrei wirkt. Nachdem ich ca. 57x von einer Assistentin äußerst penetrant gefragt wurde, ob bei mir eh alles in Ordnung sei und ich jedes Mal auf ein neues den Kopf nickte, hab ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und daraufhin diesen futuristischen Raum verlassen. Die Gelegenheit mich für kurze Zeit in einem stillen Kämmerchen zur Ruhe zu setzen, hab ich natürlich schamlos ausgenutzt. Nachdem ich wieder zu Kräften gekommen bin und mein kurzzeitiger Zitteranfall allmählich gegen Null konvergierte, wurde mir ein Zettel in die Hand gedrückt, auf dem u.a. folgendes vermerkt war:

Verzichten Sie bitte auf den Genuss von Alkohol, Nikotin und Milchprodukten bis zum Abschluss der Wundheilung. (Gefahr der verzögerten Wundheilung)

„Wie lange dauert es, bis die Wunde verheilt ist?“, „Ach, das dauert schon ein Weilchen… 1-2 Monate.“ – DAS ist nicht fair! Aber ich glaube kaum, dass ich mich daran halten werde; v.a. hinsichtlich des Alkoholkonsums (der Rest kann mir sowieso erspart bleiben).

11:30, Augenarzt: Diesmal, mit einem Taschentuch vorm Mund – einerseits weil die Blutung nicht zum Stillstand gekommen ist und andereseits weil ein betäubter Mund ziemlich beschissen aussieht –, schön punktlich die Ordination betreten. Die Wartezeit entsprach genau der Dauer eines Toilettenbesuchs, und schon wurde ich von einem Arzt freundlich begrüßt, der mich anschließend in sein Kabinett begleitete. „Haben Sie Zahnschmerzen?“, „Nein, ich hab nur soeben zwei Zähne verloren…“, „Ui! Aber glauben Sie mir: ein Besuch beim Augenarzt ist bei weitem nicht so schmerzhaft, haha!“ – Ja, haha, wie ermutigend. Nachdem er die Linsen gecheckt hatte, stellte sich folgendes heraus: Die Linsen leiden unter Sauerstoffmangel, welcher offenbar daraus resultiert, dass ich meine Linsen nur alle zwei bis drei Woche reinige und sie auch über Nacht im Auge behalte -> Lob der Faulheit!
Abgesehen davon wurde mir das Tragen der Linsen über das Wochenende strengstens untersagt, damit sich die auf der Netzhaut befindliche Schleimhaut bis Montag selbständig eliminieren kann, um eben etwaige Messfehler zu vermeiden; danach wird´s hoffentlich Zeit für neue Linsen.

Ende.

nicht kategorisiert06.07.2005 19:39h

Thema: Arztbesuche en masse

Montag: letzte Woche teilte mir mein Kieferorthopäde mit, dass er eine Extraktion zweier Zähne favorisieren würde, weil er mir sonst das Kiefer brechen müsste, um meinen leichten – was ist schon ein Zentimeter – Überbiss zu regulieren. Da ich von einem operativen Eingriff keineswegs begeistert bin, nehme ich den Verlust zweier Zähne gerne in Kauf. So kam es auch dazu, dass ich am Monatag morgen um 9.30h (!) einen Termin bei unserem Dorfzahnarzt hatte. Wie üblich riss mich mein Wecker um 9.15h aus dem Schlaf; trotz meiner Verschlafenheit und der Unfähigkeit zu denken gelang es mir meine Müdigkeit, die zumeist durch äußere Einwirkungen zustande kommt, zu überwinden und machte mich anschließend auf den Weg ins Land der Zahnärzte. Dort angekommen ließ mich zunächst einmal eine doch etwas aufgereizte Sekretärin, deren hoffnungsloser Versuch freundlich zu wirken kläglich scheiterte, für etwa 10min in einem Warteraum, der mit ein paar Stühlen und nem Tisch überhäuft mit belangloser Lektüre ausgestattet war, warten. Den Krankenschein hatte ich – wie immer – nicht dabei. Nachdem mich der Zahnarzt dazu auffordete ihm zu folgen und mich somit von meiner üblichen Nervosität befreite, wurde ich sofort mit zwei Fragen bombardiert: 1) Wieso müssen die Zähne gerissen werden und – eine Frage die mich sehr verunsicherte – 2) Welche Zähne müssen gerissen werden. Der Versuch ihm soweit wie nur möglich die zwei Zähne zu zeigen, war alles andere als erfolgreich. Nun machte sich auch eine leichte Unsicherheit seitens des Arztes bemerkbar und teilte mir in weiterer Folge mit, dass er eine Bestätigung vom Kieferorthopäden benötige, um die Extraktion durchführen zu können; immerhin sollen ja die richtigen Zähne gezogen werden. Empört verließ ich dieses schreckliche Land und fand mich an einem Platz wieder, an dem es immer noch am gemütlichsten ist… nämlich in einem Bett.

Dienstag: Immer noch den gestrigen Tag im Hinterkopf machte ich mich diesmal auf den Weg ins Land der Augenärzte. Da ich ein netter, kollegialer Mensch bin, ließ ich mich von meiner Schwester dazu überreden, sie mitzunehmen, damit sie sich die FM4 SoundSelection 12 CD kaufen kann. Leider dauerte dieser Ausflug in die Kosumgesellschaft bzw. ins Reich der Einkaufszentren zu lange, um rechtzeitig dort zu erscheinen, wo man bereits mit viel Verständnis und Geduld auf mich gewartet hatte. Die Chance in der Umgebung des Augenarztes einen Parkplatz zu finden tendiert regelrecht gegen Null; nach etlichen missglückten Parkversuchen und einer langen Wanderung betrat ich dann schlußendlich mit einer 20-minütigen Verspätung die Ordination, wo mir dann offenbart wurde, dass die dafür zuständige Ärztin heute ausnahmsweise (!) die Arztpraxis etwas früher verlassen hatte. Ein Ersatztermin am Donnerstag Vormittag normalisierte meinen Wutpegel ein wenig, da dieser als gute Entschuldigung für die bevorstehende Wanderung auf eine klassische Tiroler Alm (ausgehend von unserer Schule) fungiert…

Mittwoch: Als ich am Montag noch meinen Kieferorthopäden konsultierte, empfahl er mir einen anderen Zahnarzt in Innsbruck. Diesem guten Herrn habe ich heute auch einen Besuch abgestattet, dessen Ordination für mich zunächst unauffindbar, aber nach näherer Betrachtung des Gebäudes doch ersichtlich war. Formular ausgefüllt – business as usual. In der Wartezeit hab ich mir ein „Karikaturbuch für Zahnärzte“ zu Gemüte geführt. Anschließend begleitete mich die Sekretärin in einen Raum, der mich irgendwie an Matrix erinnerte; sehr interessant fand ich die Abbildung einer Menschenmassen an der Decke, die offenbar vom eigentlichen Geschehen im Mundbereich ablenken sollte. Nachdem er auf die Gefahren hingewiesen hatte, wie zB dass sich im Notfall die Kieferhöhle öffnen könnte, diese dann übernäht werden müsste und ich mich infolgedessen zehn Tage nicht mehr kräftig schnäuzen dürfte, haben wir den Raum ohne Vorwarnung wieder verlassen und vereinbarten einen neuen Termin; wie soll´s auch anders sein: Donnerstag. Weshalb er die Extraktion nicht heute durchführen wollte, war mir schleierhaft. Kurz vor der Verabschiedung hat er mich noch darauf hingewiesen, dass ich morgen Vormittag nicht unbedingt nüchtern kommen muss; dann werd ich mich wohl in der Früh passend zum Sonnenaufgang schön volllaufen lassen…

(Fortsetzung folgt…)

nicht kategorisiert05.07.2005 01:09h

Selbst Jugendlichen wird heutzutage angesichts der ständigen Pensionsreformen und den damit verbundenen Kürzungen suggeriert, man solle sich doch so früh als möglich um eine private Pensionsvorsorge kümmern; als ob man nicht schon genug Sorgen in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit und düsterer Wirschaftslage hätte. Ich hingegen gehe noch einen Schritt weiter und mache mir bereits jetzt darüber Gedanken, welche Inschrift auf meinem zukünftigen Grabstein eingemeißelt werden soll:

Allerdings kann ich mich nicht zwischen
„Hier liegen meine Gebeine,
ich wollt‘ es wären Deine.“

und
„Tja, um meine private Pensionsvorsorge
hätte ich mich früher kümmern soll‘n…“

entscheiden.