nicht kategorisiert18.08.2005 13:04h

Aufgrund der Tatsache, dass ich mich in nächster Zeit in D-Land aufhalten werde und die Installation von Überwachungskameras im Moment total en vogue ist, werde ich hier ebenfalls eine montieren, um den Menschen hier zumindest „das Gefühl (!) der Sicherheit“ zu geben…

Big Brother is watching you…

nicht kategorisiert16.08.2005 16:03h

.. ist was ganz furchtbares und ich finde es immer sehr faszinierend, wenn Menschen – wie aus dem nichts – Firmen oder irgendwelche Leute anrufen können, ohne auch nur einmal zu zögern. Dank dem Internetzeitalter und dem damit verbundenen eMail-Verkehr kann ich zumindest in der Hinsicht meine Telefonphobie umgehen. In Bezug auf Handys bevorzuge ich ebenfalls das sog. „Short Message System“, um einen Telefonat aus dem Wege zu gehen. Ich bin ja ohnehin schon ein Mensch, der ungern redet, von anderen ständig mit unerträglichen Befehlen wie zB „Red‘ doch endlich was!“ oder „Komm, erzähl mir was!“ beworfen wird, und beim Telefonieren wird man regelrecht zum Reden gezwungen – Zwang ist nunmal scheiße, tut mir leid. Jedenfalls hat ich in den letzten zwei, drei Tagen teilweise nichts anderes im Kopf, als diesen einen Anruf bei einer Internetagentur in Innsbruck – ‚Internetagentur‘, wie das schon klingt. Na ja, den heutigen Schlafprozess extra lange hinausgezögert, in der Hoffnung, dass in der Zwischenzeit die Welt untergehen würde. Ein Blick durch das von den Jalousien bedeckte Fenster gab allerdings Aufschluss darüber, dass dem nicht so war. Mist. Daraufhin packte mich meine (oft auch unbegründete) Nervosität, ein unbehagliches Gefühl begleitete mich auf dem Weg zum Telefon, die eingegebene Nummer noch zwei- bis dreimal auf ihre Richtigkeit überprüft, nochmal tief Luft geholt und es konnte los gehen! Kurz bevor ich auflegen wollte, meldete sich doch noch – wohl oder übel – eine Stimme am anderen Ende der Leitung. Was sich danach abspielte, war bloßes Runterrasseln meiner bereits im Vorhinein (!) ausgedachten Sätze, gepaart mit einem schlichten Frage-Antwort-Spielchen. Nach dem Auflegen genießt man natürlich diesen kurzen, aber doch bedeutenden Moment, es doch irgendwie vollbracht zu haben.

nicht kategorisiert14.08.2005 16:57h

Dass dieser Begriff vollkommen gerechtfertigt ist, musste ich am Freitag wieder feststellen. Ein Dorffest ist ja ohnehin schon ein Sammelsurium für Idioten und im nüchternden Zustand erst gar nicht ertragbar. Aus musikalischer Sicht ist es eine Mischung aus Volksmusik und Afro. Allein schon diese Tatsache strapaziert die Nerven eines Menschen mit gutem Musikgeschmack bis aufs Äußerste; zumal man diesen folkloristischen Instrumenten und dem entsetzlichen Gejodel permanent ausgesetzt ist, da sich der eigene Wohnsitz direkt im Zentrum befindet. D.h. ein Dorffest ist alles andere als ein Garant für besinnliche, ruhige Nachmittagsstunde am Wochenende mit Tee und ofenfrischem Gebäck. Der Höhepunkt des Freitag abends war jedenfalls, als mindestens 40 Menschen – bestehend aus betrunkenen Bauern, Lederhosenträgern und irgendwelchen anderen Prolls – voller Nationalstolz entweder die Hand aufs Herz legten, oder die rechte Hand gen Himmel richteten und dabei zu einem Lied mitgröhlten, welches in etwa diesen Text beinhaltete:“Tirol, du bist das Land, dem Ich die treue halte…“ – quasi eine andere Formulierung für „Bischt a Tiroler, bischt a Mensch, bischt koa Tiroler, bischt a Oarschloch“. Widerlich. Reaktionär. Primitiv.

Arthur Schopenhauer trifft wohl in der Hinsicht den Nagel auf dem Kopf:

Die billigste Art des Stolzes ist hingegen der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.

music & lyrics12.08.2005 19:22h

… so heißt der 7-minütige Überhit der deutschen Punk-Band EA80, der sich auf einer 2-Track-10inch names „Hinter den Dingen“ (= der ultimative Soundtrack zum Selbstmord) mit wunderschönem Artwork befindet. Der Text dazu geht tierisch unter die Haut und wer infolgedessen keine Gänsehaut bekommt, hat definitiv keine Gefühle:

Vor Jahren gestorben, jetzt ist es eine Erinnerung
Sieben Jahre und noch so klein,
doch tote Kinder wachsen nicht mehr

Erst wurden meine Haare zu Feuer,
dann sind meine Augen verbrannt
ich bin eine Hand voll Asche geworden,
die der Wind verweht

Nichts war mehr da, das ich liebte,
Alles war dunkel und so still
Hörte keine Vögel singen,
und nichts, das mir vertraut war.
Und ich schrie durch meine Nacht
Und ich schrie durch meine Qual
doch es war niemand da,
der es hörte
tote Kinder weinen nicht.

Ich geh von Haus zu Haus
klopf an eure Tür
bring euch meine Asche mit,
und diese Nachricht
tote Kinder wachsen nicht

Jetzt bin ich hier ganz alleine,
und habe Angst vor der Dunkelheit
ich kann es nicht verstehen…
Ich wollte noch spielen, im Garten schon
dann kam das Feuer, das mit alles nahm
doch tote Kinder weinen nicht.

1000 Jahre nichts – nur Überlebenskampf
gebracht zur Perfektion – zur Perversion – Entmenschlichung
- keine Gnade, kein Verzeihen -
Jetzt sitz ich hier und weiß es
Menschsein heißt nicht leben
sondern zerstören – alles was anders ist

Jetzt ist sie nur noch eine Erinnerung
die verblasst und langsam vergeht
mit ihr das Grauen der Vergangenheit
die Erinnerung daran, was wir waren

Jetzt ist sie kaum noch eine Erinnerung
wäre nicht jemand da, der sie in den Armen hält
doch gewiss nicht die, die die Verantwortung tragen,
daß sie niemals die Gesichter ihrer Opfer sehen

Tote Kinder wachsen nicht…
Tote Kinder weinen nicht…
Tote Kinder…

lesezeit09.08.2005 16:03h

Dass dem Wort „bunt“ nicht nur positive Eigenschaften zugeschrieben werden können, sondern auch einen teils pejorativen Beigeschmack besitzt, dürfte spätestens seit der Existenz von Parteifarben und insbesondere durch die neu etablierte Fernsehgeneration klar sein. Wie schön der Kontrast schwarz/weiß doch eigentlich sein kann, beschreibt Tibor Rácskai im Buch „Vom Fachmann für kenner – Lebenshilfe von >Titantic< ":

Plädoyer für s/w

Am Anfang war´s ja noch witzig: Botticelli, van Gogh, Technicolor, Bonbonfarben, Neon. Haha, guck mal, wie bunt! Ein bißchen gutes Gras hätte es auch getan. Farbfernsehn? Scheißdreck! Und auf den Schwarzweißfotos früher haben auch Sie besser ausgesehen. Ich werde mir jetzt den fast blinden Spiegel vom Dachboden ins Bad stellen. 1910, orginal Art déco, garantiert keine Farben. Morgens ein gesundes Grau im Gesicht, rein in die schwarzen Klamotten, Sonnenbrille, und dann könnt ihr mich mal.

nicht kategorisiert09.08.2005 15:18h

Pausen sind wichtig und tragen zeitgleich zur Motivation bei.

Ob das nur ein kleines Experiment meinerseits ist, oder wirklich der Tatsache entspricht, werden wir sehen…