lesezeit31.03.2006 22:15h

Bereits der Buchrücken lässt erahnen, auf welche Methoden H. Miller in seinem Werk zurückgreift und welche Ziele er auch letztendlich verfolgt; dort steht nämlich unter anderem geschrieben:

Miller leuchtet die dunklen Ecken aus, reißt alle Tücher der Scham hinweg und spottet aller Feigenblätter. Er ist Nihilist und ist Gläubiger. Er zerstört die Welt, um sie neu wiederaufzubauen. Besser und schöner, trotzdem.

Das Buch spricht einem förmlich aus der Seele und weckt eine Vielfalt an Emotionen: Hass, Wut, Zorn, Zufriedenheit, Schadenfreude…

nicht kategorisiert29.03.2006 18:11h

Vor den Augen von drei Polizisten bei Rot über die Straße gehen, dafür 10 EUR bezahlen und sich im Nachhinein recht herzlich für die gute Polizeiarbeit bedanken…

music & lyrics28.03.2006 13:29h

…Heinz Strunk in seinem Buch „Fleisch ist mein Gemüse“ die Bass-Gitarre als das „vermutlich unspektakulärste Instrument der Welt“ degradierte, so scheinen auch Cortez nicht allzu von diesem Instrument zu halten; daher konzentriert sich das Schweizer Trio einzig und allein auf drums, gituar und natürlich vocals.

Da Musik scheinbar nicht ohne Etiketten auskommt, greift man auf Bezeichnungen wie (straightforward)-post-hardcore-(noise) zurück und zieht einen Vergleich zu Bands wie Knut, Botch oder Cult of Luna.
Kurz gesagt: Cortez bieten ordentlichen Krach in Kombination mit sporadisch ruhigeren, emotionalen Parts!

2005 veröffentlichten Cortez ihr erstes Full-Length-Album namens „Initial“, welches allein schon aufgrund des wundervollen Covers zu empfehlen ist.

filmecke24.03.2006 16:16h

Anfang nächster Woche lohnt es sich zur Abwechslung wieder mal den altbewährten, verstaubten Röhren-Fernseher aus dem Keller zu holen und anzumachen, denn arte strahlt am Montag, den 27. März 2006 um 22:40, den grandiosen Film Lilja 4-ever aus!


Regie: Lukas Moodysson (2002)

Ein fesselndes Teenager-Drama, das von einem sechzehnjährigen Mädchen in einer desolaten Trabantenstadt irgendwo in der ehemaligen Sowjetunion handelt. Der Traum, diese Stadt zu verlassen, liegt nahe, nur leider gerät sie dabei in den Kreislauf des Menschenhändlerrings und verliert somit jegliche Hoffnung auf ein besseres Leben. Ein Film zwischen Gewalt und Prostitution, Hoffnung und Verzweiflung, Traurigkeit und Wut. Eine aussichtslose Gesellschaft, die – laut Moodysson – „zuerst vom Kommunismus geknebelt wurde, und jetzt vom Kapitalismus vergewaltigt wird“. Ein Thema, das uns allen angeht…

Übrigens: Lilja 4-ever ist nicht das einzige Meisterwerk von Lukas Moodysson. Dazu zählen nämlich auch noch „Raus aus Åmål“ und „Zusammen!“, die man eigentlich auch nur weiterempfehlen kann!

(via)

berichte23.03.2006 23:10h

Das einzige was die „Weltstadt Innsbruck“ – wie sie fälschlicherweise bezeichnet wird – derzeit zu bieten hat, sind massenweise Wahlplakate in den dubiosesten und ungewöhnlichsten Ausführungen: neben Plakaten wie „Mit Herz… Mit Hirn… Mit Hand… für Innsbruck“ und „Miteinander. Für mehr Herz.“ (oh ja, wählen fürs kollektive Herz, und nicht etwa für Veränderungen / Verbesserungen – aber gut, das wäre sowieso Quatsch), sorgt besonders „Mehr 6 für Innsbruck“ für Aufregung, zumal dieses Plakat im ersten Augenblick in keinem unmittelbaren Kontext steht.

Ein kleine Internetrecherche gibt allerdings schnell Aufschluss darüber; zumindest stößt man auf die Verantwortlichen dieses Unsinns: Frei Liste – Rudi FederspielMit Sicherheit die beste Alternative! Und ja, das ist sie wirklich: Nicht nur eine Veränderung der Asylpolitik (mit anderen Worten: Verschärfung der ohnehin scharfen Asylpolitik) wird gefordert, sondern unter anderem auch:

- Abschiebung krimineller Asylwerber und Drogenhändler
- verstärkte Polizeipräsenz in Innsbruck zur Sicherung der Bürger
- Videoüberwachung, nicht nur im Rapoldipark – z.B.: Frauen und Kinder müssen ohne Furcht nach Hause gehen können – sondern auch an anderen gefährdeten Bereichen (Bogenmeile, vor dem Sillpark, Bahnhof)

Herrliches Beispiel übrigens: „Frauen und Kinder müssen ohne Furcht nach Hause gehen können“ – dass Videoüberwachung absolut kein Garant für Sicherheit ist, sondern lediglich das Gefühl (!) einer Sicherheit vermittelt, scheint hier nicht weiter von Interesse zu sein; aber das wäre ja schließlich nicht Sinn & Zweck eines Wahlprogramms.

Allein schon die Tatsache, hier von einer sicheren Wahl-Alternative zu reden, ist absoluter Humbug, weil in diesen Kreisen die Wahlprogramme der einzelnen Parteien zum Größteil ohnehin austauschbar sind und es somit schlichtweg keine Alternative gibt / geben kann; anders würde man in diesem kleinen, konservativen Land, das offenbar nicht ohne rassistische Ressentiments auskommt, auch nicht punkten.

Jetzt bleibt eigentlich nur noch die Frage, was es denn mit diesem „Mehr 6 für Innsbruck“ auf sich hat. Vermutlich versteckt sich dahinter ein primitives Wortspiel (Mehr Sex für Innsbruck), welches unbewusst DIE Antwort auf den Geburtenrückgang in der EU und – in weitere Folge – auf das Aussterben Europas suggeriert. Ja, ficken für ein starkes Europa… allerdings ohne mich.

berichte23.03.2006 02:43h

Vorgeschichte: Ehepartnerin eines Österreichers abgeschoben

Adolf Brichta kann es nicht fassen: „Jetzt hat die Fremdenpolizei auch noch eine Rechnung geschickt: 6079 Euro, zu zahlen binnen 14 Tagen, für die Schubhaft- und Abschiebekosten meiner Frau“

Selbst die Flugtickets der zwei Fremdenpolizisten, die Brichtas Ehefrau Zou Youeying auf dem unfreiwilligen Flug von Wien nach Peking begleitet haben, würden in dem am Mittwoch zugesandten Schreiben in Rechnung gestellt

(Quelle)

Igitt, Zynismus in seiner widerlichsten Form…

Kurzer historischer Rückblick: auch Juden mussten damals die Deportationskosten übernehmen, um eben zusätzliche Ausgaben von Seiten der NS-Regierung zu vermeiden. Die Geschichte der Menschheit hat einiges zu bieten und vieles von dem, was geschehen ist, lässt sich auch in irgendeiner Weise nachvollziehen bzw. verstehen. Der Abtransport von Juden in Viehwaggons vor den Augen der SS und der Bevölkerung hingegen und die damit verbundene „Endlösung der Juden“ gehören wohl zu den historischen Ereignissen, die ich nie so richtig verstehen werde – gerade das macht die Shoa so einzigartig… aber das nur am Rande.