music & lyrics25.09.2006 11:31h

macht es euch bequem
und erlebt in gepolsterten wohnzimmerwelten das tägliche trauerspiel:

kahl auf dem kopf
dispo in der tasche
mit beifall den vielen schrott gesammelt
zimmer aufräumen
müll ausmisten
rechnung zahlen
sms blume schicken
erstmal im rothschild kaffee trinken
von spar probe
pause machen
durchatmen
bier holen
waschsalon – ecoexpress
scheiße, tasche weg
carol anrufen
platte machen
die kronen vom zar
eine mittelmeeryacht
seinen namen auf weiße zettel kritzeln
mit der kopie in der tasche
mit dem kopf in der schlinge
meine träume bleiben illusionen
tanz ich auf der wolke der seligen

ein ganz gewöhnlicher tag!

frühlingszauber in cologne city
sicherheitscheck – agenda 2010
hubschrauber jagen großraumkünstler
mülltonnenrazzia
flaschensammeln verboten
das letzte kapital jetzt auch weg
vielleicht ne zeitung machen
parolen schreien
auf wände sprühen
aus dem fenster kucken
im mediapark züge zählen
weiße tauben von den dächern schießen
jetzt spürbar aufgewacht
sitz auch ich wie der affe im käfig
und kratz mich mit dem schlüssel am arsch

ein ganz gewöhnlicher tag!

mensch thomas, das kannst du doch nicht machen,
jetzt hör mal auf mit deinem kopf zu wackeln!

mensch thomas, das kannst du doch nicht machen,
jetzt hör mal auf mit deinem kopf zu schütteln!

thommy, thommy, you can‘t do that,
please stop shakin you weird head!

Das ist mein Versuch auch mal ein bisschen Authentizitätsrock zu machen. Also so ‘ne Musik von Bands wie Tocotronic, Tomte, Kettcar, in dem der Sänger immer erzählt, wie es ihm gerade geht.

(Thomas Mahmoud)

big theatre by eine oliver twist kooperation.

music & lyrics02.06.2006 18:23h

Nice day for a walk in the park.
Nice day for a drive through the city.
This world is a warm, sunny park.

Nice day for a talk with your girl.
Nice day for your shop to get busy.
This world is of no empty part.

Please don‘t ask me all those questions I don‘t know.
Please don‘t ask me all those questions I don‘t know.

And when you wake up early and the sun is shining,
are you ready for a day that’s comin‘?
It’s comin‘.

Nice day for a walk in the dark.
Nice day for a drive-by shooting.
This world has a warm, sunny heart.

Yeah.

(„Walk In The Park“, Oh No! Oh My!)

Ja, höchste Zeit, dass die Sonne wieder mal hinter den dichten, düsteren Wolken hervorkommen sollte, um seine Freizeit wieder mit gemütlichen Parkwanderungen und (ggf.) drive-by shootings verbringen zu können…

music & lyrics28.03.2006 13:29h

…Heinz Strunk in seinem Buch „Fleisch ist mein Gemüse“ die Bass-Gitarre als das „vermutlich unspektakulärste Instrument der Welt“ degradierte, so scheinen auch Cortez nicht allzu von diesem Instrument zu halten; daher konzentriert sich das Schweizer Trio einzig und allein auf drums, gituar und natürlich vocals.

Da Musik scheinbar nicht ohne Etiketten auskommt, greift man auf Bezeichnungen wie (straightforward)-post-hardcore-(noise) zurück und zieht einen Vergleich zu Bands wie Knut, Botch oder Cult of Luna.
Kurz gesagt: Cortez bieten ordentlichen Krach in Kombination mit sporadisch ruhigeren, emotionalen Parts!

2005 veröffentlichten Cortez ihr erstes Full-Length-Album namens „Initial“, welches allein schon aufgrund des wundervollen Covers zu empfehlen ist.

music & lyrics17.01.2006 16:33h

Wer auch mal gerne ‚der Zeit die Fresse polieren‘ möchte, sollte sich unbedingt Antitainment anhören: cooler Punkrock mit lustigen (Super-)Nintendo-Effekten – dh. jenseits von irgendwelchen 0815 Kapellen!

„Cooler Plattentitel“ – so lautet übrigens der coole Plattentitel des neuen Albums und macht auch unheimlich Spaß! Musik, Texte… da passt einfach alles:

„Es ist Herbst, ich hör Musik, da ertönt da dieses Lied, mir bleibt auch nix erspart!
Es ist Herbst, und warum stirbt „Death in June“ denn nicht schon jetzt?
„Was früher einmal gut war, kann heute doch nicht schlecht sein!“

Endlich lernt man aus Geschichte über Deutschtum, wie man richtig das „R“ rollt.
So hören junge Menschen wieder endlich volkstümliche Lieder.

Von mir aus kann „MIA“ mir gestohlen bleiben!“
(aus „Dialektik der Aufwärmung“)

music & lyrics12.08.2005 19:22h

… so heißt der 7-minütige Überhit der deutschen Punk-Band EA80, der sich auf einer 2-Track-10inch names „Hinter den Dingen“ (= der ultimative Soundtrack zum Selbstmord) mit wunderschönem Artwork befindet. Der Text dazu geht tierisch unter die Haut und wer infolgedessen keine Gänsehaut bekommt, hat definitiv keine Gefühle:

Vor Jahren gestorben, jetzt ist es eine Erinnerung
Sieben Jahre und noch so klein,
doch tote Kinder wachsen nicht mehr

Erst wurden meine Haare zu Feuer,
dann sind meine Augen verbrannt
ich bin eine Hand voll Asche geworden,
die der Wind verweht

Nichts war mehr da, das ich liebte,
Alles war dunkel und so still
Hörte keine Vögel singen,
und nichts, das mir vertraut war.
Und ich schrie durch meine Nacht
Und ich schrie durch meine Qual
doch es war niemand da,
der es hörte
tote Kinder weinen nicht.

Ich geh von Haus zu Haus
klopf an eure Tür
bring euch meine Asche mit,
und diese Nachricht
tote Kinder wachsen nicht

Jetzt bin ich hier ganz alleine,
und habe Angst vor der Dunkelheit
ich kann es nicht verstehen…
Ich wollte noch spielen, im Garten schon
dann kam das Feuer, das mit alles nahm
doch tote Kinder weinen nicht.

1000 Jahre nichts – nur Überlebenskampf
gebracht zur Perfektion – zur Perversion – Entmenschlichung
- keine Gnade, kein Verzeihen -
Jetzt sitz ich hier und weiß es
Menschsein heißt nicht leben
sondern zerstören – alles was anders ist

Jetzt ist sie nur noch eine Erinnerung
die verblasst und langsam vergeht
mit ihr das Grauen der Vergangenheit
die Erinnerung daran, was wir waren

Jetzt ist sie kaum noch eine Erinnerung
wäre nicht jemand da, der sie in den Armen hält
doch gewiss nicht die, die die Verantwortung tragen,
daß sie niemals die Gesichter ihrer Opfer sehen

Tote Kinder wachsen nicht…
Tote Kinder weinen nicht…
Tote Kinder…

music & lyrics23.07.2005 13:19h

Zunächst einmal wird mensch sich die Frage stellen: Welche Bedeutung hat denn das Jahr 1979 am Ende des Bandnamens? – Die Anwort ist einfach: hierbei handelt es sich u.a. um das Geburtsjahr von Sebastian Grainger. Weiters erhebt sich die Frage: Wie kam es eigentlich dazu? – Nun ja, ursprünglich nannten sich die Kanadier „Death From Above“, allerdings forderte James Murphy (LCD Soundsystem) sie höflich angesichts dieser Tatsache dazu auf, einen anderen, weniger verwechslungsanfälligeren Bandnamen zu suchen, weil er diesen Künstlernamen (DFA) bereits seit mehreren Jahren führe. Für deren Reaktion sollte man die Jungs ohnehin schon abfeiern: „Fuck dfa records fuck James Murphy we declare jihad on them holy war ending in their death and dismemberment… James Murphy is a selfish piece of fuck that will burn in the flames of a specially dedicated rock and roll jihad. If I had the resources I would fly a plane into his skull.“ Schließlich einigte man sich doch auf Death From Above 1979.

Ausgerüstet mit einem Schlagzeug, einem Bass und einem Synthie veröffentlichen die beiden ihr Debüt You‘re A Woman, I‘m A Machine:


“We wanted our band to be like an elephant in your living room,
that’s why we gave ourselves trunks.”
(Jesse F. Keeler)

Was hier dargeboten wird, ist alles andere als eine leichte Kost und das trotz der Tatsache, dass das Album auf gerade mal 35 Minuten komprimiert wurde: mit repetitiven Riffs kombiniert mit einem Schlagzeug, das explosionsartige Entladungen inszeniert, die die Nerven der Hörer bis aufs äußerste strapazieren, sorgen Jesse F. Keeler und S. Grainger überall dort für Verwüstung und Zerstörung, wo Ordnung das Leben der Menschen prägt (und das liegt bestimmt nicht nur daran, dass sich die beiden im Gefängnis kennengelernt haben); dort schlagen DFA 1979 ein wie eine Bombe, denn sie haben übrigens vollkommen recht: das Böse kommt von oben!

music & lyrics28.06.2005 20:34h

Bedauerlicherweise kenne ich Hot Hot Heat erst seit dem Album Elevator, das bekanntlich 2005 veröffentlich wurde; immerhin wurde die Band 1999 in Victoria (Kanada) gegründet. Nichtsdestotrotz arbeite ich mich gerade Album für Album durch und finde v. a. am Make Up The Breakdown-Album gefallen, das einen Hit nach dem anderen liefert.

Elevator ist dem Pop ziemlich nahe; ihre Wurzeln haben die vier Jungs aus Kanada allerdings irgendwo zwischen New Wave und Post Punk, die man natürlich bei den älteren Veröffentlichungen in voller Ladung zu spühren bekommt. Großartig!

HHH sind übrigens beim FM4-Frequency-Festival mit dabei -> Pflichttermin!