berichte23.03.2006 23:10h

Das einzige was die „Weltstadt Innsbruck“ – wie sie fälschlicherweise bezeichnet wird – derzeit zu bieten hat, sind massenweise Wahlplakate in den dubiosesten und ungewöhnlichsten Ausführungen: neben Plakaten wie „Mit Herz… Mit Hirn… Mit Hand… für Innsbruck“ und „Miteinander. Für mehr Herz.“ (oh ja, wählen fürs kollektive Herz, und nicht etwa für Veränderungen / Verbesserungen – aber gut, das wäre sowieso Quatsch), sorgt besonders „Mehr 6 für Innsbruck“ für Aufregung, zumal dieses Plakat im ersten Augenblick in keinem unmittelbaren Kontext steht.

Ein kleine Internetrecherche gibt allerdings schnell Aufschluss darüber; zumindest stößt man auf die Verantwortlichen dieses Unsinns: Frei Liste – Rudi FederspielMit Sicherheit die beste Alternative! Und ja, das ist sie wirklich: Nicht nur eine Veränderung der Asylpolitik (mit anderen Worten: Verschärfung der ohnehin scharfen Asylpolitik) wird gefordert, sondern unter anderem auch:

- Abschiebung krimineller Asylwerber und Drogenhändler
- verstärkte Polizeipräsenz in Innsbruck zur Sicherung der Bürger
- Videoüberwachung, nicht nur im Rapoldipark – z.B.: Frauen und Kinder müssen ohne Furcht nach Hause gehen können – sondern auch an anderen gefährdeten Bereichen (Bogenmeile, vor dem Sillpark, Bahnhof)

Herrliches Beispiel übrigens: „Frauen und Kinder müssen ohne Furcht nach Hause gehen können“ – dass Videoüberwachung absolut kein Garant für Sicherheit ist, sondern lediglich das Gefühl (!) einer Sicherheit vermittelt, scheint hier nicht weiter von Interesse zu sein; aber das wäre ja schließlich nicht Sinn & Zweck eines Wahlprogramms.

Allein schon die Tatsache, hier von einer sicheren Wahl-Alternative zu reden, ist absoluter Humbug, weil in diesen Kreisen die Wahlprogramme der einzelnen Parteien zum Größteil ohnehin austauschbar sind und es somit schlichtweg keine Alternative gibt / geben kann; anders würde man in diesem kleinen, konservativen Land, das offenbar nicht ohne rassistische Ressentiments auskommt, auch nicht punkten.

Jetzt bleibt eigentlich nur noch die Frage, was es denn mit diesem „Mehr 6 für Innsbruck“ auf sich hat. Vermutlich versteckt sich dahinter ein primitives Wortspiel (Mehr Sex für Innsbruck), welches unbewusst DIE Antwort auf den Geburtenrückgang in der EU und – in weitere Folge – auf das Aussterben Europas suggeriert. Ja, ficken für ein starkes Europa… allerdings ohne mich.

berichte23.03.2006 02:43h

Vorgeschichte: Ehepartnerin eines Österreichers abgeschoben

Adolf Brichta kann es nicht fassen: „Jetzt hat die Fremdenpolizei auch noch eine Rechnung geschickt: 6079 Euro, zu zahlen binnen 14 Tagen, für die Schubhaft- und Abschiebekosten meiner Frau“

Selbst die Flugtickets der zwei Fremdenpolizisten, die Brichtas Ehefrau Zou Youeying auf dem unfreiwilligen Flug von Wien nach Peking begleitet haben, würden in dem am Mittwoch zugesandten Schreiben in Rechnung gestellt

(Quelle)

Igitt, Zynismus in seiner widerlichsten Form…

Kurzer historischer Rückblick: auch Juden mussten damals die Deportationskosten übernehmen, um eben zusätzliche Ausgaben von Seiten der NS-Regierung zu vermeiden. Die Geschichte der Menschheit hat einiges zu bieten und vieles von dem, was geschehen ist, lässt sich auch in irgendeiner Weise nachvollziehen bzw. verstehen. Der Abtransport von Juden in Viehwaggons vor den Augen der SS und der Bevölkerung hingegen und die damit verbundene „Endlösung der Juden“ gehören wohl zu den historischen Ereignissen, die ich nie so richtig verstehen werde – gerade das macht die Shoa so einzigartig… aber das nur am Rande.

fundstücke27.02.2006 00:35h

Die österreichische Bild-Zeitung mal genauer unter die Lupe genommen: KroneBlog

fundstücke24.01.2006 21:51h

Im Rahmen dieses Ortstafelstreits, der in letzter Zeit wieder enorm an Aktualität gewonnen hat, stößt man hier auf zweisprachige Ortstafeln für Wien in rund 50 verschiedenen Sprachen. Mein Favorit:

„Im Niederländischen bedeutet ‚wenen‘ auch nicht nur Wien, sondern auch ‚weinen‘ (allerdings in etwas antiquierter/poetischer Sprache). „

berichte24.01.2006 15:48h

Zara: Rekord an Rassismus-Fällen im Jahr 2005

Wien – Einen neuen Rekord von Rassismus-Fällen gibt es im laufenden Jahr. Wie die „Presse“ (Mittwoch-Ausgabe) berichtet, hatte es 2004 noch 907 Meldungen von Rassismus gegeben. Allein mit Stand 8. November wurden nach Angaben des Wiener Antirassismus-Vereins Zara aber bereits 950 Fälle verzeichnet. 2003 waren lediglich 330 Fälle von Diskriminierungen, Beschimpfungen und tätlichen Angriffen bekannt geworden.

(Quelle)

music & lyrics17.01.2006 16:33h

Wer auch mal gerne ‚der Zeit die Fresse polieren‘ möchte, sollte sich unbedingt Antitainment anhören: cooler Punkrock mit lustigen (Super-)Nintendo-Effekten – dh. jenseits von irgendwelchen 0815 Kapellen!

„Cooler Plattentitel“ – so lautet übrigens der coole Plattentitel des neuen Albums und macht auch unheimlich Spaß! Musik, Texte… da passt einfach alles:

„Es ist Herbst, ich hör Musik, da ertönt da dieses Lied, mir bleibt auch nix erspart!
Es ist Herbst, und warum stirbt „Death in June“ denn nicht schon jetzt?
„Was früher einmal gut war, kann heute doch nicht schlecht sein!“

Endlich lernt man aus Geschichte über Deutschtum, wie man richtig das „R“ rollt.
So hören junge Menschen wieder endlich volkstümliche Lieder.

Von mir aus kann „MIA“ mir gestohlen bleiben!“
(aus „Dialektik der Aufwärmung“)

nicht kategorisiert17.01.2006 15:27h

Google: Telefonphobie

Wer hätte gedacht, dass Leute alle 2-3 Tage über den Suchbegriff ‚Telefonphobie‘ auf diesem Blog landen…

filmecke07.01.2006 23:04h

Da sich Umzug und Telekom Austria nicht besonders vertragen, hab ich meine internetlose Zeit u.A. dazu genutzt, meinen Horizont in puncto Filme zu erweitern… und das mit Erfolg:


Samaria (Ki-Duk Kim)
Samaria löste in mir den ganzen Film über ganz tiefe Gefühle aus, ebenso machte sich eine leichte Nervosität bemerkbar. Das Ambiente in diesem Film ist einfach unbeschreiblich und das offene Ende führt auch letztlich dazu, dass man sich auch im Nachhinein noch darüber Gedanken macht. Sehr schön!

(more…)

nicht kategorisiert22.11.2005 16:08h

Warme Heizkörper sind, wenn der Winter schön langsam ins Land zieht, dort seine Spüren in Form von Schnee und Kälte hinterlässt und auf´s Gemüt drückt, Glücksspender #1.

nicht kategorisiert19.11.2005 14:32h

Nach 5 Tassen Chai-Tee verfalle ich in eine Art Kaufrausch.